Roter Apollo
Der Rote Apollo oder Apollofalter (Parnassius apollo) ist ein in Europa stark bedrohter und streng geschützter Schmetterling aus der Familie der Ritterfalter (Papilionidae). Er erreicht eine Flügelspannweite von 60 bis 88 mm. Der Gattungsname leitet sich vom Berg Parnass in Mittelgriechenland ab, der als Sitz der Musen gilt und dem Gott Apollon gewidmet ist.
Von den zahlreichen Unterarten ist in Bayern der vereinzelt in der Altmühlalb vorkommende Parnassius apollo melliculus zu nennen.
Die Futterpflanze der in Deutschland vorkommenden Unterarten des Apollofalters ist Weißer Mauerpfeffer (Sedum album). Dieser wächst ausschließlich auf wasserdurchlässigen Böden sonnig-warmer, jedoch nicht zu trockener, felsiger Standorte, mit dünner Humusschicht. Beispielsweise auf Abraumhalden des Plattenkalkabbaus.
Die Eier werden von den Weibchen, während der etwa vierwöchigen Flugzeit des Falters (ca. im Juli), in der Umgebung der Raupenfutterpflanzen bodennah abgelegt. Die Raupe überwintert und verpuppt sich Ende Mai bis Juni.
Die Augenflecken dienen als Warnung vor der Giftigkeit der Falter, die diese durch die Raupennahrung erhalten haben. Sowohl Vögel als auch Eidechsen meiden die Falter als Nahrung. Männchen und Weibchen sind nicht leicht zu unterscheiden. Ein eindeutiges Merkmal für ein Weibchen ist jedoch die sich nach der Paarung bildende Sphragis (siehe Bild), die eine weitere Paarung verhindert. Die Augenflecke und andere Merkmale des Apollo sind ziemlich variabel. Als Falter besuchen die Tiere nicht nur die weißen Blüten von Sedum album, sondern vorzugsweise auch rote und violette Blüten von Disteln (bspw. Carduus nutans), Flockenblumen (Centaurea jacea u. a.) und Oregano (Origanum vulgare). Oft sitzen die Falter mit aufgeklappten Flügeln auf Steinen und sonnen sich.
Wesentlich für den Fortbestand des Roten Apollo, ist der Erhalt geeigneter Lebensräume, in denen sich die Raupenfutterpflanze ausbreiten kann und es auch ausreichend Blüten für die Ernährung des Falter gibt. Hierzu sind, neben einem ungestörten Gelände, im Laufe der Zeit auch Entbuschungsmaßnahmen erforderlich, um die benötigten Pflanzen zu erhalten. Wichtig ist auch, dass die steilen Geländeabschnitte nicht betreten werden, um Raupen und Puppen nicht zu gefährden.